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Wie ich zur philosophischen Praxis kam

Am Anfang prägten mich zwei geistige Welten, die christlich katholische des ländlichen Bayern mit ihrer Herzqualität und Hingabe, und der altphilologische Humanismus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt, nahe gebracht durch meinen Vater. Jahrelange intensive Lektüre der Schriften Platons in Originalsprache am Tegernseer Gymnasium wurden zur Grundinspiration in meinem Leben. Was mich beeindruckte, war der direkte Umgang mit dem Mitmenschen im Dialog. Und die existentielle Ebene: Die eigene Sichtweise hat großen Einfluss auf die Welt, in der man lebt.

Ich wählte ein "philosophisches" Leben: Mein Ziel war Alles zu hinterfragen was als "selbstverständlich" galt und den Fragen bis zum Letzten auf den Grund zu gehen. Das beinhaltete sehr weitgehende Studien, die Suche nach entsprechenden Lehrern und ausgiebige Reisen.

Zuerst wollte ich verstehen woher die Weltsicht des Abendlandes kommt. Ich studierte Philosophie und Kunstgeschichte, später, nach Weltreisen, auch Völkerkunde und einige Gastsemester Psychologie, Indologie und Sanskrit.

Begegnungen auf Reisen zum Himalaja legten mir nahe, dass man endloses Wissen über die Welt sammeln kann, ohne Weisheit zu erlangen, solange man den eigenen Geist nicht versteht. Wie funktioniert Geist eigentlich? Ich unterzog mich einer bis heute andauernden Ausbildung in den Meditationstechniken des tibetischen Buddhismus unter der Leitung von Chögyam Trungpa, bekannt für einen säkularen Buddhismus. Nach vielen Jahren von Meditationspraxis konnte ich als autorisierte Meditationsunterweiserin und "Senior Teacher" Suchenden aller Altersgruppen und Herkunft zu Diensten sein, manchmal nur als Anlaufstelle, manchmal in jahrelanger Begleitung.

Als ich in Amsterdam der noch jungen Bewegung der Philosophie in der Praxis begegnete, schloss sich der Kreis. Diese "Philosophen" diskutierten nicht im Elfenbeinturm, sondern auf dem Boden der Tatsachen des Lebens, und sehr menschlich. Ich gründete eine Philosophische Praxis um zu helfen. Ich wünsche mir dass auch Andere den herrlichen Freiraum genießen können, den es dort gibt, wo Alles angesprochen werden kann, wo sich unerwartete Einsichten auftun.



Eckdaten
  • 1954 Geboren in Schliersee als Tochter des Komponisten Bernd Scholz und Hilde Scholz

  • 1964 Altsprachlich-humanistisches Gymnasium Tegernsee

  • 1985 Abgeschlossenes Hochschulstudium an der Ludwigs-Maxilmilian-Universität München: Philosophie, insbesondere die Philosophie der Renaissance bei Prof. Dr. Eckhard Keßler, Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Friedrich Piel, Völkerkunde, insb. die Geschichte eines indischen Tempels zwischen Theismus und Atheismus, Prof. Dr. Lazlo Vajda
  • 1986 Buddhistisches Seminarium unter der Leitung von Chögyam Trungpa, Colorado USA

  • Ab 1986 wohnhaft in Amsterdam, Niederlande

  • Ab 1999 Philosophische Praxis "Cordatus" in Amsterdam

  • Seit 2001 • Seit 2001 wohnhaft im Geburtshaus in Schliersee, Tätigkeit in der Marktforschung

  • Ab 2009 Philosophische Praxis "Cordatus" in Schliersee


Einige Aktivitäten als Studentin, Lernende, Praktizierende

  • Seit 1980 Studium der Theorie und Praxis der Meditation nach den Überlieferungen des tibetischen Vajrayana-Buddhismus (Schulen: Kagyu-, Nyingma-, und Shambhala) unter der Leitung von Chögyam Trungpa.

  • 1988 Basis- und Aufbaukurs der VFP "Philosophical Counselling" (Filosofisch Consulentschap) in Amsterdam.

  • 2004-2009 Onlinekurse The Ngedon School of Higher Learning, a program of Buddhist Studies
  • Regelmäßige Retreats u.a. in Kanada und Frankreich
  • Training in traditionellen Künsten wie Balinesische Gamelanmusik und Malerei


Als Lehrerin, Leiterin, Facilitator

  • Seit 1986 meist ehrenamtliche Tätigkeit als Dialogpartner rund um Sinnfragen, philosophische und spirituelle Orientierung, Leitung von Gruppendiskussionen.

  • Seit 1986 Meditationsunterweiser, zahlreiche Meditationskurse und -Workshops in ganz Europa und UK, und Art Workshops.

  • 1998 Leitung des Study Abroad Semesters der Naropa University (USA) in Bali, Indonesien

  • 1999 Meditation Workshop, 5th International Conference on Philosophy in Practice, Oxford

  • 2001 Meditation Workshop, Sixth International Conference on Philosophy in Practice University of Oslo, Norwegen

  • Kunstwochenenden. Contemplative Art Workshops
  • Kontemplative Programme für Kinder


Zum Thema:

Lia Keuchenius 2001 Free Speech and the Space of Not Knowing: Towards a Contemplative Approach to Philosophical Counselling Practice" In Thinking Through Dialogue - Essays on Philosophy in Practice (ed. Trevor Curnow). Practical Philosophical Press, 2001
Mixing Mind with Space: A Meditation Workshop (Ebenda)

  • Ab 1988 Mitglied der niederländischen Berufsvereinigung praktizierender Philosophen VFP.

  • Seit 2002 Mitglied der internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis IGPP.

  • Seit 2009 Mitglied im Berufsverband für Philosophische Praxis BPP.




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